Willkommen beim Fachbereich Softwaretechnik (SWT)

Nachruf
Der Fachbereich Software-Technik und der Querschnittsfachausschuss Modellierung der GI trauern um ihr langjähriges Mitglied Professor Dr. Matthias Riebisch, der plötzlich und unerwartet am 11. Januar 2023 verstorben ist.
Professor Riebisch hat unseren Fachbereich Software-Technik maßgeblich geprägt durch sein unermüdliches Engagement für die Fachgruppe Objektorientierte Software-Entwicklung und den Fachausschuss Modellierung. Bei beiden war er viele Jahre als Sprecher bzw. Co-Sprecher prägend aktiv.
In seinem Forschungsgebiet der Modellierung und Konstruktion von Software-Architekturen hat er sich insbesondere verdient gemacht um die Verfolgbarkeit zwischen sog. „features“ von Produktlinien und der Produktlinienarchitektur. Seine Arbeiten erhöhen damit die Verständlichkeit und die Nachvollziehbarkeit von Produktlinien-Code und haben, auch mit internationaler Beachtung, einen wertvollen Beitrag zum Entwurf und zur Wartbarkeit von Software-Produktlinien geleistet. Dabei war Professor Matthias Riebisch in seiner Forschung immer inspiriert von praktischen Problemen, die er aufgrund seiner früheren Laufbahn als Projektleiter in der Industrie aus eigener Anschauung sehr gut kannte. Dadurch konnte er, wie kaum ein anderer, Brücken bauen zwischen Praxis und Wissenschaft, was gerade auch in der GI dazu führte, dass sein Engagement und seine Beiträge sehr geschätzt wurden. Bereits in den 90er Jahren war Matthias Riebisch aktiv im Arbeitskreis „Grundlagen der Objektorientierten Modellierung“, seit den 2000ern war er dann aktiv im Leitungsgremium der „Fachgruppe Objektorientierte Software Entwicklung“. 2006 gründete er folgerichtig auch einen dedizierten Arbeitskreis „Traceability/Evolution“ innerhalb der Fachgruppe Architekturen. Er formte die deutsche Software-Entwurfs-Community innerhalb und außerhalb der GI durch seine immer umsichtige und gelungene Organisation einer Vielzahl von Arbeitskreis- und Fachgruppentreffen und seine Engagements im Leitungsgremium der Fachgruppe „Objektorientierte Software-Entwicklung“, die 2017 auch von Matthais Riebisch mit in die Fachgruppe Architekturen, einer der mitgliederstärksten der GI, überführt wurde. Hinzu kommt seine langjährige Mitgliedschaft ab 2003 und Co-Sprecherschaft im Querschnittsfachausschuss Modellierung (QFAM) ab 2018, in dem er fachbereichsübergreifend Themen der Modellierung von Software adressiert hat. Erst kürzlich richtete Matthias Riebisch die „IEEE International Conference on Software Architecture 2019“ und die „Modellierung 2022“ des QFAM, beide in Hamburg, aus. Gerade seine Umsicht und Erfahrung als Organisator und seine Warmherzigkeit als Gastgeber sind vielen GI-Mitgliedern und Vertretern der Software-Architecture-Community international noch in bester, direkter Erinnerung.
Menschlich wird Professor Riebisch mit seiner ruhigen, optimistischen, verbindlichen und verbindenden Art uns immer ein Vorbild bleiben. Wir vermissen ihn als Mitglied, Wissenschaftler, Lehrer und Kollegen und werden ihm immer ein ehrendes Gedächtnis bewahren. Unsere Gedanken sind bei seiner Familie und seinen Freunden.
Ralf Reussner als Sprecher des Fachbereichs Software-Technik der GI
Bernhard Rumpe als Sprecher des Querschnittsfachausschusses Modellierung der GI
Software ist der Werkstoff des Informationszeitalters und Software Engineering die Produktionstechnik des 21. Jahrhunderts. In vielen Bereichen sind die Gesellschaft und die Wirtschaft von der gelungenen Gestaltung und Nutzung von Softwaresystemen abhängig. Um dem damit verbundenen Qualitätsanspruch gerecht zu werden, ist ein gezielter Einsatz von Methoden des Software Engineering unverzichtbar.
Der Fachbereich (FB) befasst sich mit der Gestaltung, Konstruktion und Nutzung von Softwaresystemen und deren Entwicklungsprozessen. Dies umfasst sowohl theoretische Grundlagenfragen als auch die Herausforderungen bei der Umsetzung in der Praxis. Da Software von Menschen hergestellt und genutzt wird, ist insbesondere auch die empirische Analyse der Systeme und Prozesse ein wichtiger Bestandteil.
Ein besonderes Ziel des FB ist die Förderung der Kommunikation zwischen Forschung und Anwendung, zwischen Hochschule und Industrie, und daraus resultierend der Transfer von Wissen, Erfahrung und Bewertung sowie die gemeinsame Festlegung von Ausbildungswegen und Ausbildungsinhalten.
Wichtige, kontinuierliche Aktivitäten:
- Tagung Software Engineering 2017 SE'17 im Rahmen der Tagungsreihe der Software Engineering Konferenzen des FB
- Der FB gibt über die FG Softwaretechnik die Zeitschrift Softwaretechnik-Trends heraus, die neben fachlichen Aufsätzen laufend über Aktivitäten der Fachgruppen und Arbeitskreise berichtet.
- Emailverteiler swt-de betrieben von Udo Kelter, Universität Siegen. Weitere Mailverteiler finden sich bei den Fachgruppen
- Die deutschen Software Engineering ProfessorInnen treffen sich jährlich zu einer intensiven Diskussion neuer Forschungsschwerpunkte.
Der FB fördert und bündelt innerhalb der Gesellschaft für Informatik e.V. die Arbeiten zum Thema Software Engineering, koordiniert die Aktivitäten der ihn tragenden Fachgruppen (FG), vertritt sie nach außen und pflegt Kooperationen mit angrenzenden Fachgesellschaften
Mitglied im FB Softwaretechnik wird man durch Mitgliedschaft in einer oder mehrerer der FG. Verbunden mit dieser Mitgliedschaft ist der Bezug der Zeitschrift Softwaretechnik-Trends.